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Konzert des Mädchenchores der Landesmusikschule Wernigerode

Nach einigen Minuten des Gedenkens an die Opfer des schweren Unglücks in Japan und einem Gebet, das von den Mitgliedern der "Jungen Gemeinde" der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde aufgeschrieben und vorgelesen wurde, wurde die Osterkerze im Altarraum angezündet. Sie blieb bis zum Ende des Konzertes zur Erinnerung und Fürbitte für die Opfer und Leidenden in Japan brennen.
Erst dann begann das Konzert.


So leise und bedächtig, ja fast andächtig das Konzert auch begonnen hatte, es endete stürmisch. Dazwischen lagen 60 Minuten Hörgenuss vom Feinsten.
Der Mädchenchor Wernigerode begeisterte in Lübben.
Der Mädchenchor Wernigerode gastierte am Sonntagabend in der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben. Mehr als 50 Mitglieder zählt der Chor, mehr als 30 begeisterten das Publikum. Mit Musik aus dem 16. Jahrhundert begrüßten die Sängerinnen die Zuhörer und entführten sie anschließend mit geistlicher Chormusik ins 19. Jahrhundert.
Der Mädchenchor Wernigerode gehört zu den führenden Chören seiner Art in Deutschland. Er hat Wettbewerbserfolge im In- und Ausland gefeiert. Das Repertoire der Schülerinnen der neunten bis zwölften Klasse des Landesgymnasiums für Musik Sachsen-Anhalt in Wernigerode umfasst weltliche und geistliche Lieder der vergangenen fünf Jahrhunderte. Steffen Drebenstedt leitet den Chor.
Die Stimmen der Sängerinnen faszinierten auch in Lübben. Selbst die ganz leisen Töne wirkten. Eine Stecknadel hätte man zu Boden fallen hören können, so still war es im großen Kirchenraum. Deutsche und internationale Titel erklangen. Die Mädchen nahmen die Zuhörer gedanklich mit nach Frankreich, Schweden oder Russland und sangen dabei in der jeweiligen Landessprache.
Auch deutsche Volkslieder waren zu hören: ?Das Leben bringt uns Freud?, das weiß ein jedes Schätzelein.? Ein Teil der Sängerinnen präsentierte sich später als Kammerchor und zeigte so eine weitere Facette.
Mit Spirituals zeigten die Mädchen schließlich ihre beschwingte Seite. Sie bewegten sich im Takt der Musik, klatschten mit. Hatten die Besucher bisher andächtig gelauscht, wich die konzentrierte Spannung jetzt einer fröhlichen Begeisterung.
Dieses Gefühl wollte das Publikum noch etwas behalten. Es klatschte so fordernd Beifall, dass die Protagonistinnen um eine Zugabe gar nicht herumkamen: ?Bleib? bei mir Herr ? Amen!? Mit Gesang zog der Mädchenchor Wernigerode nach rund einer Stunde aus dem Gotteshaus ? begleitet von stehenden Ovationen.

Text: Andreas Steindl (W. Kuhtz)
Fotos: W. Kuhtz