Aktuelles
20.05.2007 19.00 Uhr Paul-Gerhardt-Kirche Lübben (Spreewald)
Hornkonzert mit "Hornissimo" der Hornklasse von
Ch.-Friedrich Dallmann, Universität der Künste Berlin

In der Zeitung "Lausitzer Rundschau" Lübben war zu diesem Konzert am 23.05.2007 folgendes zu lesen.
Ein besonderes Ensemble hat sein Lübbener Publikum zu stehenden Ovationen hingerissen und war darüber selbst verwundert: 16 junge Damen und Herren aus der Horn-Klasse von Professor Christian Friedrich Dallmann von der Berliner Universität der Künste hatten lediglich zeigen wollen, was sie so «musikalisch drauf» haben. Die Lübbener Hörer in der Paul-Gerhardt-Kirche waren offensichtlich verzückt.
Eine weitere Besonderheit brachte dem Ensemble so etwas wie einen «freundlichen Heim-Vorteil» . Denn mit dem Lübbener Lars Mechelke hat es einen Kenner des vielseitigen Lübbener Musik-Geschmacks in seinen Reihen. Lars Mechelke ist dem Posaunenchor der evangelischen Gemeinde verbunden.
Tief im «Partituren-Koffer»
Freunde des Hörnerklanges wussten wohl, dass man mit diesem Blechblasinstrument weit mehr als Jagdsignale erschallen lassen kann. Professor Dallmann hatte mit seinen Studenten tief im «Partituren-Koffer» aus verschiedenen Epochen gestöbert. Im Ergebnis dessen brachten er und seine Studenten ein Programm mit, das sowohl Musikfreunde der Renaissance, der Wiener Klassik, der Romantik als auch der Rock-Musik ansprach.
Das alles mit und für Paul Gerhardt ? wie kann man den Bogen spannen, ohne ihn zu überspannen? Dallmann fand in den 15 Strophen des von Gerhardt im Jahr 1653 gedichteten Liedes «Geh aus, mein Herz, und suche Freud?» immer den aktuellen Bezug zu jedem Programm-Punkt.
Studentischer Ideen-Reichtum
Die Ouvertüre zu Mozarts «Zauberflöte» in der Fassung für elf Hornisten, die der Dresdner Hornist Peter Damm schuf, mag für Lübben eine Premiere gewesen sein ? aber eine wohl klingende, die ein gelungener Auftakt war.
Wer nun auf einen eher ruhigen Konzert-Verlauf hoffte, hatte nicht mit dem Ideen-Reichtum des Studenten-Orchesters gerechnet. Der Freiburger Komponist Antony Plog gab ein höchst gewöhnungsbedürftig zu hörendes, dafür aber virtuos zu spielendes Stück «Postcards» ab. Diana During gestaltete dieses Opus als Mischung von schrägen Harmonien und gesprochenen Silben.
Von Giovanni Gabrieli, venezianischer Domkapellmeister aus der Renaissance, erklang mit einem Doppel-Hornquartett von beiden Seiten der Empore ein Stück in wunderschöner Harmonik. Romantische Harmonien erfreuten bei drei Hornquartett-Stücken des russischen Komponisten Nikolai Tscherepnine und später im Stück für diese Besetzung und Flöte «Waldvöglein» des Ungarn Franz Doppler.
Vier Sätze aus Bizets «Carmen-Suite» für Hornquartett erinenrten die Zuhörer an bekannte Motive der beliebten Oper. Alle 16 Hornisten erstaunten mit «Stardust» von Carmichael und Parrish und schließlich mit der «Bohemian Rhapsody» von Freddie Mercury, dem legendären Sänger der Gruppe «Queen» und hervorragenden Komponisten.
Als der Beifall nicht endete, gab das Ensemble «noch einen Mozart der besonderen Art» als Zugabe: das berühmte Rondo aus dem noch berühmteren Hornkonzert ? bei diesem Konzert allerdings mit einer kleinen verzeihlichen Veränderung in den letzten Takten. Wer da «Happy Birthday to you» heraus gehört haben will, der hat den Geburtstagsgruß für Paul Gerhardt in dessen Kirche verstanden. (-ds)