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Chorkonzert zum Stadtfest in der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben(Spreewald)
Chöre aus Lübben und Umgebung haben beim großen Konzert in der Paul-Gerhardt-Kirche das Spreewaldfest ?eingesungen?.

Foto: Roland Hottas
Text: Lausitzer Rundschau, Detlev Simsch
Im Paul-Gerhardt-Festjahr ist das besonders harmonisch gelungen, wie der herzliche Beifall zwischen den insgesamt 20 Lied- und Instrumental-Darbietungen zeigte.
?Begegnungen sind es, die den Wert des Lebens ausmachen?, zitierte Marga Morgenstern als Moderatorin Wilhelm von Humboldt und fügte an: ?Das ist doch ein gutes Motto für unser fröhliches Spreewaldfest!? Pfarrer Olaf Beier wertete, dass das schon zur guten Tradition gewordene Chorfest zum Beginn der Lübbener Feierlichkeiten beweise: Lübben ist eine Stadt der Musik.
Das Spektrum der Musik im abwechslungsreichen 90-Minuten-Konzert reichte vom Madrigal über Barockes, Klassisches, Folkloristisches bis hin zum Gospel. Dafür sorgten der Spreewald-Frauenchor Lübben, der Gemischte Chor Neu Zauche, der Stadtchor Lübben, das Lübbener Gesangstrio ?Lubka Lilija?, der Kirchenchor Schlepzig, der Ökumenische Kirchenchor Lübben ? und auch das Publikum im gut gefüllten Kirchenschiff.
Folkloristisches hatten der Spreewald-Frauenchor mit dem polnischen Volkslied ?Kleiner Kuckuck, sucht ein Bursch ein Mädchen? und die Neu Zaucher mit dem italienischen Tanzlied ?Bella Bimba? mitgebracht. Die Lübbener Frauen sangen auch das beliebte Paul-Gerhardt-Lied von der ?güldnen Sonne? in einem interessanten neuen Liedsatz. Im 56 Sänger starken harmonischen Ensemble sangen die Neu Zaucher mit dem Lübbener Stadtchor das Volkslied ?Wie lieblich schallt?. Der kraftvolle Gesang wurde vom dreistimmigen Kanon ?Dona nobis pacem? noch übertroffen, als Kantor Michael Lamprecht alle Chöre und Gäste zum gemeinsamen Singen eingeladen hatte. Er war es auch, der auf der Orgel den Gerhardt-Choral ?Nun ruhen alle Wälder? mit fünf lustigen Variationen in der Manier Mozarts, komponiert von Gottfried Fischer, erkling en ließ.
Die Kirchenchöre aus Schlepzig und Lübben stellten sich einzeln mit anrührend und sauber gesungenen Liedern vor. ?Denn er hat seinen Engeln befohlen? sangen die Schlepziger, deren Chor im kommenden Monat sein 30-jähriges Bestehen feiern kann. Die Lübbener erfreuten besonders mit einem dreistimmigen Chorsatz ?Dona nobis pacem?, diesmal von Mozart selbst. Gemeinsam sangen beide Chöre das Dankes-Lied ?O Herr, mein Gott, jetzt vor der Nacht?.
Ganz andere Klänge steuerten Siegrid Henke, Natascha Meier und Heidemarie Günther ? das Trio ?Lubka Lilja? ? bei. Sie wagten sich stimmig und gekonnt an Händels Arie ?Ombra mai fu? aus ?Xerxes?, gaben das Madrigal ?Wir lieben sehr im Herzen? als heiteren Gesang und verblüfften mit einem schmissigen Walter-Kollo-Medley.
Bunt wie die Lübbener Musikszene war das Chorkonzert. Dennoch waren Lücken nicht zu übersehen, denn Ensembles wie der Lübbener Männerchor und Kirchenchöre aus der Umgebung waren aus unterschiedlichen Gründen nicht mit dabei. (-ds