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Kerstin Domrös und Peter Ewald gaben ein Konzert in der Lübbener Paul-Gerhardt-Kirche

Gelungenes ?Heimspiel? in Harmonien
?So schön voll ist die Kirche ? hätten wir gar nicht gedacht.? Pfarrer Olaf Beier strahlte wie die Akteure Kerstin Domrös und Peter Ewald über das ganze Gesicht.
Musikfreunde aus Lübben und Umgebung füllten große Teile des Gotteshauses, um gute Musik in einem abwechslungsreichen Programm zu hören. Sie wurden für ihr Kommen belohnt. Pfarrer Beier sprach von einem ?Heimspiel für die beiden Interpreten?. Die Altistin und der Tenor, beide gestandene Musiker und bei den Konzertgästen in Lübben bestens bekannt, sahen das im RUNDSCHAU-Gespräch vor dem Konzert differenzierter: ?Beide sind wir Chorleiter, ich Kantor seit Jahren. Man kennt uns und den hohen musikalischen Anspruch. So sind die Leute heute hergekommen?, so Peter Ewald. Die Solisten stellen sich selbst großen Erwartungen. Die haben sie erfüllt, und die Gäste des ersten Konzertes anno 2009 in der Paul-Gerhardt-Kirche belohnten das schließlich mit herzlichem Beifall.

Text: Detlev Simsch (aus der LR)
Fotos: Werner Kuhtz

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Dabei haben es Kerstin Domrös und Peter Ewald ihren Gästen nicht leicht gemacht. Obwohl viele dank ihres zeitigen Kommens einen guten Platz im Mittelschiff eingenommen hatten, nutzte ihnen das im ersten Konzert-Teil wenig. Die beiden musizierten von der Orgelempore aus und sangen ihren Zuhörern gewissermaßen in den Rücken. Was aber dem Hörgenuss keinen Abbruch tat. Beide hatten für dieses Konzert einen Gang durch die Musikgeschichte mit meisterlichen Werken vorbereitet, und das haben etliche mit zeitweise geschlossenen Augen sichtbar genossen. Wer es von der Empore erleben konnte, hatte gleich zu Konzertbeginn Besonderes zu beobachten. Das Duett ?Eins bitte ich vom Herrn? vom frühbarocken Altmeister Heinrich Schütz sangen beide in Richtung Schuke-Orgel, die Peter Ewald spielte, und waren dennoch dank ihrer perfekten Interpretation im ganzen Kirchenschiff bestens zu hören. Kerstin Domrös und Peter Ewald erwiesen sich erneut als verwandelbare Musiker mit freundlicher Perfektion, die viele Stilepochen und Stilrichtungen beherrschen. Im sakralen Teil des Konzertes boten sie teil als Solisten, teils im Duett Erlesenes wie das ?Domine Deus? aus der ?missa brevis? von Telemann und zwei biblische Lieder von Antonin Dvorak, für die der große Sänger Dietrich Fischer-Dieskau die deutsche Text-Übersetzung besorgte. ?Ave Maria?, die Lobpreisung der Gottesmutter, ist zu allen Zeiten ein Thema für namhafte Komponisten gewesen ? Kerstin Domrös brillierte hier mit wunderschönem Gesängen von Caccini aus dem 16. Jahrhundert und von Saint-Saens drei Jahrhunderte später. Felix Mendelssohn Bartholdy bekam von beiden einen besonderen Gruß zum 200. Geburtstag vom Altarraum aus. Von allen nun gut zu sehen in Frack und dunklem Kleid sangen sie zwei Arien aus dem Oratorium ?Elias?. Insgesamt zwanzig Darbietungen in gut 100 Konzertminuten brachten ein wahres harmonisches Feuerwerk. Ohrwürmer wie Mozarts Lieder ?Das Veilchen? und ?Die Zufriedenheit? brachten klassische Farben in den Abend. Die Evergreens aber wie ?Moon River?, ?Memories? aus dem Musical ?Cats? und die irische Volksweise ?Die letzte Rose? rundeten ein gelungenes Konzert ab. Das in seiner Vielfalt so aber nur von Könnern gegeben werden kann. Kerstin Domrös und Peter Ewald können das.